iPhone, T-Mobile und das manager-magazin

Aus einem Bericht im aktuellen manager-magazin 7/2009 wird derzeit überall in der Presse abgeschrieben. Demzufolge soll das iPhone ab 2010 in Deutschland nicht mehr exklusiv im Vertrieb von T-Mobile, sondern auch über andere Netz-Provider erhältlich sein.

Da ich bereits mehrfach auf diesen Artikel angesprochen wurde, möchte ich ihn kommentieren: Das ist Unfug.

Ein Telekom-Sprecher wird zitiert. „Die Partnerschaft mit Apple ist langfristig. Daran ändert sich bis Ende 2009 nichts.“ Aus dieser Aussage leitet das manager-magazin ab, daß T-Mobile danach keinen Exklusivvertrag mehr haben wird.

Nun, kein Vertrag läuft ewig, und sicherlich verhandelt T-Mobile schon jetzt angestrengt mit Apple, wie es 2010 weitergeht. Aber T-Mobile vermarktet das iPhone sehr gut, und mit einem grundlosen Wechsel des auserwählten Providers würde Apple bei seinen Kunden nur für Unruhe sorgen. Daß O2, wie der Pressesprecher behauptet haben soll, gute Chancen auf das iPhone hat, dagegen spricht schon der schwache Netzausbau von O2 in Deutschland.

Was bestimmt nicht kommt, ist ein iPhone ohne SIM-Lock, frei für alle Provider. Das hat Apple bisher nur in Ländern zugelassen, in denen es gesetzlich vorgeschrieben ist, warum sollte sich das jetzt ändern?

Im Artikel heißt es auch: „… wer von den Altkunden die schnellere Version [d. h. das iPhone 3GS] haben will, den bittet die Telekom jetzt kräftig zur Kasse. Unternehmenschef René Obermann kann sich diese Unfreundlichkeit leisten…“

Unfreundlichkeit? Seit wann ist die Telekom dafür zuständig, ihren Kunden jederzeit das jeweils neueste Gerät zu schenken? Das iPhone 3GS mit 32 GB kostet, das sieht man im SIM-Lock-freien Italien, 700 EUR Endverkaufspreis. Neukunden bei T-Mobile, aber auch Bestandskunden nach Ende der Mindestvertragslaufzeit, zahlen davon im Complete 1200 Tarif nur 49 EUR. Den Rest übernimmt T-Mobile als Subvention, oder genauer gesagt, als Kredit, der anteilig durch die monatlichen Gebühren getilgt wird.

Höhere Preise zahlen natürlich Kunden, deren Mindestvertragslaufzeit noch nicht abgelaufen ist. Genau wie für jedes andere Smartphone bei jedem anderen Provider.

„Steve Jobs … muß seine Vertriebswege verbreitern, um weiter vorn mitzuspielen …“ heißt es noch. Damit ist gemeint, daß Apple angeblich gezwungen ist, seine Exklusivverträge aufzugeben, um möglichst viele Kunden zu erreichen.

Guten Morgen, manager-magazin. Es war noch nie die Strategie von Steve Jobs, den Umsatz zu maximieren – er maximiert lieber den Gewinn. Ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied. Exklusivverträge halten die Preise hoch, und es sieht nicht so aus, als würden sich die Netz-Provider über den Preis des iPhones beklagen.

Apple ist kein billiger Jakob und möchte es auch nicht jedem recht machen. Bisher zahlt sich diese Strategie aus, denn wer hat in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten das nötige Kleingeld, Forschung und Entwicklung zu betreiben und mit Produkten wie Mac OS X und dem iPhone Märkte neu aufzurollen? Nicht HP, nicht DELL, und auch nicht Acer, Lenovo oder Toshiba.

Weiter so, Apple.